Ein Hit aus den 80ern von Klaus Lage mit einer Refrainzeile: „1000 mal berührt, 1000 mal ist nichts passiert, 1000 und eine Nacht und es hat ZOOM gemacht.“ Ich fühle mich in diesen Monaten daran erinnert. Gefühlte 1000 ZOOM Treffen. Wirklich sind es nicht so viele. Mit den Konfis, mit dem Team Abendkirche, mit allen Hauptamtlichen im Dienstgepräch, als digitale Kreissynode und Presbyteriumsitzung, zur Planung des Campfire Jugendgottesdienstes und einige mehr. Der Vorteil: Man sieht sich zumindest per ZOOM am Bildschirm. Berühren geht da nicht. Dennoch passiert einiges. Interaktiv. Gemeinsam. Im Gespräch mit Mimik und eingeschränkter Gestik. Ich bekomme Einblicke in Arbeitszimmer, echte oder künstliche Hintergründe. Der ZOOM Stil prägt Kirche und Gemeinde. Es hat ZOOM gemacht. Der Nachteil: Ich will mich daran nicht als einzige Möglichkeit einer zwischenmenschlichen Begegnung gewöhnen. Jeder sitzt irgendwo zu Hause. Ich habe keine direkte Beziehung zum anderen. Die Atmosphäre eines Raumes mit Tisch, Stuhl, Licht, Geruch und Stil fehlt. Die ZOOMania ist aktuell weit verbreitet. Ganze Wochen werden getaktet. Ehrenamtliche der Gemeinde, im Homeoffice mit Kindern im Homeschooling sind nicht wirklich immer entspannt. Schule, Uni, Beruf – alles per ZOOM oder andere digitale Kommunikationsplattformen. Ich selbst manchmal in der direkten Begegnung mit Menschen. Auf Abstand. Mit Maske. Trauergespräch per ZOOM aus meiner Erfahrung nicht möglich. Der Lichtblick am letzten Sonntag Nachmittag: ZOOM Treffen mit den Enkelinnen 3 und 1 Jahr alt. Beide schon sehr versiert im Umgang mit dem Medium. Plötzlich ist Nähe trotz Distanz da. Wir singen, lachen, machen Quatsch, lesen eine Bilderbuchgeschichte. Es liegen Chancen in der digitalen Vernetzung auch in Kirche und Gemeinde. Diese will ich nutzen. Auch in Zukunft, wenn Berührungen wieder selbstverständlich sind. Ob es noch 1000 und eine Nacht dauern wird, hoffe ich nicht.

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