#Pastorenalltag - Homeoffice

Gestern zwei Termine. Beim Hausarzt, der jährliche Gesundheitscheck ab 50. Beim Frisör, es war mal wieder Zeit. Man kommt ins Plaudern. Der Mediziner ist skeptisch, ob der sogenannte Teillockdown Sinn macht. Ich werde hellhörig. Medzinisch, wissenschaftlich gebildet, dann ein Bekenntnis. Es muss irgendwas geben. Einen Gott. Der Mensch stößt an Grenzen. Gott ist grenzenlos. Aber das wäre ja mein Metier, so der Arzt. Er beobachtet eine Überheblichkeit der Menschen. Sich dem Tod irgendwie mit einer Illusion entziehen zu können. Danach zu Haarkosmetik. Eine ältere Frau aus der Gemeinde sitzt unter der Haube. Blättert in einer typischen Frisörzeitung für Damen. Bemerkt mich nicht. Wie auch hinter der Maske. Der Frisör, ein junger Mann, beschreibt die Zurückhaltung der Menschen. Abgesagte Termine. Kaum noch neue Termine. So fliegen seine Hände, nach einer ausführlichen Schnittberatung, über meinen Kopf. Einen nahen Verwandten hat er durch Covid 19 an den Tod verloren. Ansonsten ist er auf der Gedankenlinie meines Hausarztes. Vieles an Entscheidungen ist nicht logisch. Seine Beschreibung geht in Richtung politischen Aktionismus, gepaart mit Angst und Panik. Bei beiden Männern höre ich die Fragen, die Zweifel, den Frust und Ärger heraus. Mit beiden bleibe ich im Austausch. Als Pfarrer, als Mensch, als Patient und Mann mit einer gesunden Eitelkeit. Ich merke, dass diese Zeiten extreme Herausforderungen mit sich bringen. Gott sei Dank sind wir damit nicht alleine!

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